Erasmus+ Jugendbegegnung 

in Vadu Oii, Rumänien


Im Juni 2025 fand im Rahmen eines Erasmus+ Jugendprojekts eine internationale Jugendbegegnung in Rumänien statt. Zwanzig Jugendliche aus Stuttgart reisten gemeinsam mit KuKuk Kultur e. V. in das Dorf Vadu Oii, um dort zusammen mit jungen Menschen und Kindern vor Ort einen partizipativen Gestaltungsprozess im öffentlichen Raum umzusetzen. Ziel des Projekts war es, gemeinsam einen neuen Ort für Spiel, Begegnung und gemeinschaftliches Lernen zu entwickeln.

Partnerorganisation auf rumänischer Seite war die Kindertagesstätte der Association Harsova 3D, die einen sicheren und dringend benötigten Treffpunkt für Kinder und Jugendliche nutzte und begleitete.


Europäische Mobilität und gemeinsames Ankommen.

Die Anreise begann am siebten Juni in Stuttgart und war von Beginn an Teil des Lernprozesses. Bereits unterwegs setzten sich die Jugendlichen mit Themen wie Flexibilität, Verantwortung und gemeinsamer Problemlösung auseinander. Eine ungeplante Änderung im Reiseverlauf wurde von der Gruppe selbstständig und konstruktiv bewältigt.

Die erste Übernachtung in Győr in Ungarn und die anschließende Weiterreise stärkten das Gruppengefühl und machten europäische Mobilität konkret erfahrbar. In Vadu Oii wurden die Teilnehmenden herzlich von der lokalen Gemeinschaft empfangen.

Der erste Projekttag stand im Zeichen des Kennenlernens und des interkulturellen Austauschs. Bei einem gemeinsamen Ausflug mit den Kindern der Kindertagesstätte an das Schwarze Meer entstanden erste Begegnungen, Vertrauen und ein niedrigschwelliger Austausch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Am Abend begannen die Jugendlichen in gemischten Gruppen mit der gemeinsamen Planung der Projektaktivitäten.


Non-formales Lernen durch gemeinsames Gestalten.

Ab Dienstag begann die praktische Umsetzungsphase des Projekts. In einem partizipativen Prozess entwickelten die Jugendlichen gemeinsam mit den Kindern vor Ort Ideen für einen Spiel- und Begegnungsraum. Die Teilnehmenden arbeiteten in Kleingruppen und übernahmen Verantwortung für unterschiedliche Gestaltungselemente, etwa Bewegungsangebote, Sitzmöglichkeiten oder spielerische Elemente für verschiedene Altersgruppen.

Der gesamte Prozess war als non-formales Lernsetting konzipiert. Die Jugendlichen lernten durch praktisches Handeln, gemeinsames Entscheiden und regelmäßige Reflexionsrunden. Unter pädagogischer und fachlicher Begleitung von KuKuk Kultur e. V. setzten sie sich intensiv mit Themen wie Zusammenarbeit, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Verantwortung und Rollenverteilung auseinander.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die aktive Einbindung der lokalen Gemeinschaft. Kinder, Eltern und weitere Dorfbewohner beteiligten sich an den Aktivitäten, brachten Ideen ein und unterstützten den Prozess. Dadurch entstand ein starkes Gemeinschaftsgefühl und ein gemeinsames Verständnis dafür, wie öffentliche Räume durch kollektives Engagement positiv gestaltet werden können.


Sichtbare Ergebnisse und nachhaltige Wirkung.

Am Ende der Projektwoche wurde der gemeinsam gestaltete Spiel- und Begegnungsraum feierlich eröffnet. Die Kinder nutzten die neuen Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten unmittelbar und mit großer Begeisterung. Für die Jugendlichen aus Deutschland war dieser Moment besonders prägend, da sie unmittelbar erleben konnten, wie ihr Engagement zu einem sichtbaren und positiven Ergebnis geführt hat.

Der entstandene Ort wird regelmäßig von bis zu fünfzig Kindern der Kindertagesstätte genutzt und steht darüber hinaus auch Kindern aus der Umgebung offen. Insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten Familien, vor allem aus der Roma-Gemeinschaft, ist ein sicherer Raum für Spiel, Begegnung und soziale Teilhabe entstanden.


Lernen, das über das Projekt hinaus wirkt.

Neben den sichtbaren Ergebnissen im öffentlichen Raum erzielte das Projekt nachhaltige Lernwirkungen auf mehreren Ebenen. Die Jugendlichen stärkten ihre sozialen, organisatorischen und interkulturellen Kompetenzen, erfuhren Selbstwirksamkeit und entwickelten ein vertieftes Verständnis für europäische Solidarität und gesellschaftliches Engagement.

Gleichzeitig wurde die lokale Gemeinschaft in Vadu Oii gestärkt und langfristig in die Nutzung und Pflege des neu entstandenen Begegnungsortes eingebunden.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Erasmus+ Jugendbegegnungen jungen Menschen ermöglichen, durch gemeinsames Handeln Verantwortung zu übernehmen, voneinander zu lernen und gemeinsam sichtbare Zeichen für ein solidarisches Europa zu setzen.